Die Grenzen einer eidesstattlichen Erbschaftserklärung

Wir erhalten oft Anrufe, in denen wir nach eidesstattlichen Erbschaftserklärungen gefragt werden und ob sie eine gute Alternative sind, wenn ein geliebter Mensch ohne Testament stirbt. Eidesstattliche Erklärungen über die Erbenstellung können aufgrund der wesentlich niedrigeren Anfangskosten eine verlockende Alternative zur Einleitung eines Nachlassverfahrens sein, aber es gibt Einschränkungen und Risiken, die mit dieser Alternative verbunden sind. Die meisten Finanzinstitute und Grundbuchämter weisen ihre Kunden nicht auf diese Einschränkungen und Risiken hin.

Eine eidesstattliche Erklärung über die Erbenstellung ist keine förmliche Entscheidung darüber, wer das Vermögen des Erblassers nach dessen Tod erbt, sondern eine eidesstattliche Erklärung, in der die Familiengeschichte des Verstorbenen und die Identität der Erben dargelegt werden und die in den öffentlichen Registern des Landes, in dem sich die Immobilie des Erblassers befindet, hinterlegt wird. Im Gegensatz zu einer gerichtlichen Feststellung, die die Erben eines Nachlasses abschließend bestimmt, begründet eine eidesstattliche Erklärung über die Erbenstellung lediglich eine Vermutung, dass die in der eidesstattlichen Erklärung genannten Tatsachen zutreffend sind, und diese Vermutung kann widerlegt werden. Die eingereichte eidesstattliche Erklärung über die Erbenstellung wird erst dann zum Anscheinsbeweis für die darin enthaltenen Tatsachen, wenn sie mindestens 5 Jahre lang aktenkundig ist. Das bedeutet, dass eine eidesstattliche Erklärung über die Erbenstellung bis zum Ablauf der 5-Jahres-Frist nicht nachweisen kann, wer die Immobilie eines Erblassers geerbt hat, der ohne Testament verstorben ist. Da es bis zu diesem Zeitpunkt keine eindeutige und endgültige Eigentumsübertragung gibt, besteht die Gefahr, dass das Eigentum der Erben von Dritten wie Käufern, Banken und Immobiliengesellschaften nicht anerkannt wird. Es ist auch wichtig zu wissen, dass eine eidesstattliche Erklärung über die Erbenstellung die Rechte eines möglicherweise übergangenen Erben oder von Gläubigern des Erblassers nicht beeinträchtigt. Das bedeutet, dass ein übergangener Erbe oder ein Gläubiger des Erblassers den Eigentumsanspruch anfechten und jederzeit ein Recht an der Immobilie des Erblassers geltend machen kann.

Während eine eidesstattliche Erklärung über die Erbenstellung für manche eine geeignete Alternative sein kann, ist ein Nachlassverfahren die sicherere Alternative, um ein Glied in der Kette der Eigentumsrechte zu etablieren, wenn es um Immobilien geht.

Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, um Ihre Situation zu besprechen.

Duncan Webb

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